Therapie bei Aphasie

AphasieAphasie ist zuerst und vor allem eine Kommunikationsstörung. Dies bedeutet für die Praxis der Therapie, dass die Ziele, die sie verfolgt, immer der Frage standhalten müssen, ob sie für die Kommunikationsfähigkeit wirklich relevant sind. In diesem Sinne verändern sich die Ziele in der Aphasietherapie stetig. Zunächst einmal sind sie geprägt durch den phasenhaften Verlauf einer jeden Störung.

In der Akutphase stehen häufig noch andere medizinische Probleme im Vordergrund. Die Aphasie zeigt fast täglich ein neues Erscheinungsbild, evtl. mit starken Verbesserungen. Man nennt dies auch die Zeit der "Spontanremission", d.h. die Zeit, in der sich spontan Symptome zurückbilden. Unmittelbares Einsetzen der Sprachtherapie verstärkt die spontane Rückbildung deutlich. In dieser Phase bilden sich ca. 1/3 der Aphasien nahezu vollständig zurück.

Bleibt eine Sprachstörung bestehen, so haben sich nach ca. 6 Wochen normalerweise recht stabile Symptome herausgebildet. Nun sollte eine umfassende Befunderhebung erfolgen, damit in der nächsten Phase der Therapie, der störungsspezifischen Phase gezielt an den Symptomen gearbeitet werden kann.

Im Verlauf der Zeit werden die Erfolge der Sprachtherapie kleinschrittiger; einige Symptome erweisen sich als hartnäckig. Es zeichnet sich ab, dass der Mensch wahrscheinlich nie wieder so sprechen wird wie vor dem Ereignis. Die Aphasie ist chronisch geworden. Auch in dieser Phase macht Sprachtherapie noch Sinn, z.B. zur Verbesserung bestimmter sprachlicher Fähigkeiten, zum Erlernen von Strategien, die verlorenen sprachlichen Fähigkeiten zu ersetzen oder um das bisher Erreichte zu erhalten.